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Tetras im Aquarium – Neon, Cardinal & Co. richtig halten

👤 Alexander · 8. Juni 2026 · 16 Min. Lesezeit
Tetras im Aquarium – Neon- und Kardinalsalmler im Schwarm

Tetras – Die beliebtesten Schwarmfische fürs Aquarium

Tetras – kaum eine andere Fischgruppe ist in der Aquaristik so präsent. Die kleinen, farbenfrohen Schwarmfische aus Südamerika und Afrika bevölkern Millionen von Aquarien weltweit. Kein Wunder: Sie sind pflegeleicht, friedlich und bringen mit ihren leuchtenden Farben Leben ins Becken. Ob der leuchtend blaue Neonsalmler, der rot-grün schimmernde Kardinalsalmler oder der elegante Kongosalmler – Tetras sind die perfekten Fische für Einsteiger und erfahrene Aquarianer gleichermaßen.

In diesem Guide erfährst du alles, was du über die Haltung von Tetras wissen musst: welche Arten es gibt, wie groß der Schwarm sein sollte, welche Wasserwerte sie brauchen, wie du sie richtig fütterst und mit wem du sie vergesellschaften kannst. Und natürlich: wie du sie sogar zur Nachzucht bewegen kannst.

Dieser Artikel richtet sich vor allem an Einsteiger, die mit Tetras in die Aquaristik starten wollen – aber auch Fortgeschrittene finden hier vertiefte Informationen zu heikleren Arten wie dem Kardinalsalmler oder der Nachzucht.

Die schönsten Tetra-Arten im Porträt

Die Familie der Echten Salmler (Characidae) umfasst mehrere Hundert Arten, von denen sich etwa 30–40 im Zoohandel etabliert haben. Hier die beliebtesten Tetras fürs Aquarium:

Neonsalmler (Paracheirodon innesi)

Der Klassiker schlechthin. Mit seiner leuchtend blauen Längslinie und der roten Bauchpartie ist der Neonsalmler der bekannteste Aquarienfisch überhaupt. Er wird bis zu 4 cm groß und fühlt sich in Schwärmen ab 10 Tieren am wohlsten. Neons sind robust, anpassungsfähig und die ideale Wahl für Einsteiger. Sie leben bei 22–26 °C und einem pH-Wert von 6,0–7,5.

Kardinalsalmler (Paracheirodon axelrodi)

Der Kardinalsalmler wird oft mit dem Neonsalmler verwechselt. Der Unterschied: Beim Cardinal zieht sich das Rot über die gesamte Körperunterseite bis zur Kiemenregion, beim Neon nur ab der Körpermitte. Kardinals sind etwas empfindlicher und brauchen weicheres, saureres Wasser (pH 5,5–6,5, GH unter 5 °dH). Sie werden bis 5 cm groß und sind ein absoluter Hingucker im Aquarium.

Black-Tetra / Schwarzer Phantomsalmler (Gymnocorymbus ternetzi)

Mit seiner hohen Rückenflosse und der markanten schwarzen Färbung ist der Black-Tetra ein eleganter Kontrast zu farbenfrohen Arten. Er wird 5–6 cm groß, ist äußerst robust und gilt als idealer Anfängerfisch. Achtung: Black-Tetras können untereinander Rangordnungskämpfe austragen – ab 8–10 Tieren verteilt sich die Aggression.

Feuersalmler (Hyphessobrycon amandae)

Ein Mini-Tetra, der gerade einmal 2–3 cm groß wird. Seine leuchtend orange-rote Färbung macht ihn zu einem der schönsten Zwergsalmler. Perfekt für Nano-Becken ab 30 Litern. Feuersalmler sind sehr friedlich und sollten in Schwärmen ab 8 Tieren gehalten werden.

Kongosalmler (Phenacogrammus interruptus)

Der König unter den Tetras. Mit bis zu 8 cm Größe und den lang ausgezogenen Rücken-, Bauch- und Schwanzflossen der Männchen ist der Kongosalmler ein echter Blickfang. Er braucht deutlich mehr Schwimmraum als kleinere Tetras – Becken ab 150 cm Länge sind Pflicht. Die schillernden Regenbogenfarben der Männchen entfalten sich erst in der Gruppe richtig.

Rotkopfsalmler / Rummy-Nose-Tetra (Hemigrammus bleheri)

Unverwechselbar durch seine leuchtend rote Kopfpartie. Die Intensität des Rots ist ein exzellenter Gesundheitsindikator: Verblasst die Farbe, stimmt etwas mit den Wasserwerten oder dem Wohlbefinden nicht. Rummy-Nose-Tetras sind etwas empfindlicher und brauchen weiches, sauberes Wasser. Schwarmgröße: ab 10 Tieren.

Glühlichtsalmler (Hemigrammus erythrozonus)

Ein filigraner Tetra mit einer golden leuchtenden Längslinie, die an einen Lichtstrahl erinnert. Mit 3–4 cm bleibt er klein und ist sehr friedlich. Er stammt aus den klaren, Schwarzwasser-ähnlichen Bächen Guyanas und liebt weiches, leicht saures Wasser.

Blauer Phantomsalmler (Hyphessobrycon megalopterus)

Der blaue Verwandte des Schwarzen Phantomsalmlers. Die Männchen haben eine beeindruckend hohe Rückenflosse und schimmern bläulich-silbrig. Sehr friedlich, gut für Gesellschaftsbecken geeignet.

Vergleichstabelle der beliebtesten Tetra-Arten

ArtGrößeSchwarmTemperaturpHBeckengrößeSchwierigkeit
Neonsalmler3–4 cmab 1022–26 °C6,0–7,5ab 60 l⭐ Einsteiger
Kardinalsalmler4–5 cmab 1023–28 °C5,5–6,5ab 80 l⭐⭐ Fortgeschritten
Black-Tetra5–6 cmab 822–28 °C6,0–7,5ab 80 l⭐ Einsteiger
Feuersalmler2–3 cmab 823–28 °C6,0–7,0ab 30 l⭐ Einsteiger
Kongosalmler6–8 cmab 823–28 °C6,0–7,5ab 150 cm⭐⭐ Fortgeschritten
Rotkopfsalmler4–5 cmab 1024–28 °C6,0–7,0ab 80 l⭐⭐ Fortgeschritten
Glühlichtsalmler3–4 cmab 823–27 °C6,0–7,0ab 60 l⭐ Einsteiger

Das richtige Aquarium für Tetras – Einrichtung und Wasserwerte

Damit sich deine Tetras wohlfühlen und ihre volle Farbenpracht entfalten, brauchen sie die richtige Umgebung. Die gute Nachricht: Die meisten Tetra-Arten stellen keine extremen Ansprüche. Trotzdem gibt es ein paar Grundregeln, die du beachten solltest.

Beckengröße

Für die meisten Tetra-Arten reicht ein Becken ab 60 Litern. Neons, Feuersalmler und Glühlichtsalmler kommen sogar in 54-Liter-Becken gut zurecht. Größere Arten wie Kongosalmler oder Black-Tetras brauchen deutlich mehr Platz – ab 150 cm Beckenlänge beziehungsweise 200 Litern aufwärts. Faustregel: Je größer der Schwarm, desto mehr Schwimmfläche brauchen die Fische.

Wasserwerte

Die meisten Tetras stammen aus weichen, leicht sauren Schwarzwasser-Biotopen Südamerikas. Optimale Werte für die Mehrheit der Arten:

  • Temperatur: 23–27 °C (je nach Art)
  • pH-Wert: 6,0–7,5 (Kardinalsalmler: 5,5–6,5)
  • Gesamthärte (GH): 2–15 °dH (weich bis mittelhart)
  • Karbonathärte (KH): 2–8 °dH
  • Nitrat: unter 20 mg/l, ideal unter 10 mg/l

Ein regelmäßiger Wassertest hilft dir, die Werte im Blick zu behalten. Verwende für empfindliche Arten wie Kardinalsalmler am besten Osmosewasser oder Regenwasser, gemischt mit Leitungswasser.

Einrichtung und Pflanzen

Tetras lieben eine dichte Bepflanzung mit freiem Schwimmraum in der Beckenmitte. So fühlen sie sich sicher und zeigen ihr natürliches Verhalten. Ideal sind:

  • Hintergrundpflanzen wie Vallisnerien, Rotala oder Limnophila
  • Mittelgrund: Javafarn, Anubias, Cryptocorynen
  • Vordergrund: Moose (Javamoos, Weeping Moos), Zwergspeerblatt
  • Schwimmpflanzen wie Hornfarn, Salvinia oder Froschbiss dämpfen das Licht und geben Sicherheit

Ein dunkler Bodengrund bringt die Farben der Tetras besonders gut zur Geltung. Wurzeln und Steine als Versteckmöglichkeiten runden das Biotop ab. Mehr zur Einrichtung erfährst du in unserem Gesellschaftsbecken-Guide.

Beleuchtung

Tetras kommen aus eher dunklen Gewässern mit viel Pflanzenbewuchs und Schwimmpflanzen. Zu helles Licht stresst sie. Eine gedämpfte Beleuchtung mit 0,2–0,4 Watt pro Liter oder dimmbaren LEDs ist ideal. Schwimmpflanzen helfen, das Licht zu filtern.

Sozialverhalten – Darum ist der Schwarm so wichtig

Tetras sind Schwarmfische. Das ist kein Hobby oder eine Vorliebe – es ist eine Überlebensstrategie. In der Gruppe fühlen sie sich sicher, zeigen ihr natürliches Verhalten und bleiben gesund. Ein einzelner Tetra verkümmert und wird blass und scheu.

Mindestgröße des Schwarms

  • Neonsalmler, Kardinalsalmler, Rotkopfsalmler: ab 10 Tieren
  • Black-Tetra, Kongosalmler: ab 8 Tieren
  • Feuersalmler, Glühlichtsalmler: ab 8 Tieren

Mehr ist immer besser: Ein Schwarm von 15–20 Tieren zeigt ein beeindruckenderes Schwimmverhalten und die Fische sind weniger anfällig für Rangordnungskämpfe. Besonders bei Black-Tetras und Kongosalmlern verteilt sich die gruppeninterne Hierarchie in größeren Schwärmen besser.

Die Rangordnung innerhalb des Schwarms wird durch Drohgebärden und kurze Verfolgungsjagden ausgehandelt – seltener durch echte Bisse. Solange genügend Ausweichmöglichkeiten (Pflanzen, Wurzeln) vorhanden sind, bleibt das unproblematisch.

Fütterung und Ernährung

Tetras sind Allesfresser mit einem Schwerpunkt auf tierischer Kost. In der Natur fressen sie Kleinstkrebse, Insektenlarven, Anflugnahrung und pflanzliches Material. Im Aquarium lassen sie sich problemlos an hochwertiges Zierfischfutter gewöhnen.

Ideale Fütterung für Tetras:

  • Hauptfutter: Hochwertiges Flockenfutter oder Granulat mit hohem Proteingehalt (45–55 %). Achte auf Inhaltsstoffe wie Insektenmehl, Fischmehl, Spirulina oder Krill.
  • Ergänzungsfutter (2–3 Mal pro Woche): Frostfutter wie Mückenlarven, Artemia, Daphnien oder Cyclops. Das fördert die Farbenpracht und den natürlichen Jagdtrieb.
  • Lebendfutter: Mikrowürmchen, Grindalwürmchen oder frisch geschlüpfte Artemia – besonders für die Nachzucht und als Konditionsfutter.
  • Pflanzliche Kost: Überbrühte Gemüseblätter (Spinat, Zucchini) oder Spirulina-Tabs – besonders für größere Arten wie Kongosalmler.

Fütterungsregeln: Futter nur so viel, wie die Fische in 2–3 Minuten fressen. Ein bis zwei Fütterungen pro Tag reichen völlig. Ein ausführlicher Futter-Guide bietet tiefergehende Informationen zur richtigen Ernährung.

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Vergesellschaftung – Wer passt zu Tetras?

Tetras sind überwiegend friedlich und lassen sich hervorragend in Gesellschaftsbecken halten. Wichtig ist, dass die Mitbewohner nicht zu groß sind und nicht als Futterquelle betrachtet werden. Hier bewährte Kombinationen:

Gute Mitbewohner für Tetras:

  • Garnelen: Zwerggarnelen wie Red Fire, Blue Dream oder Amanogarnelen – sie bleiben klein, sind friedlich und leben in anderen Wasserschichten.
  • Panzerwelse (Corydoras): Die bodenbewohnenden Panzerwelse sind ideale Partner, sie nutzen andere Ressourcen und stören die Tetras nicht.
  • Lebendgebärende: Guppys, Platys und Schwertträger – farbenfroh und friedlich, aber nicht zu nah verwandt, dass es zu Kreuzungen käme.
  • Andere Salmler-Arten: Verschiedene Tetra-Arten können problemlos gemeinsam gehalten werden – Neons mit Glühlichtsalmlern, Feuersalmler mit Black-Tetras.
  • Harnischwelse: Kleine L-Welse oder Antennenwelse sind unproblematische Bodenbewohner.
  • Schnecken: Posthornschnecken, Turmdeckelschnecken oder Rennschnecken – sie fressen Algen und Futterreste.

Nicht empfehlenswert als Partner:

  • Große Buntbarsche (Skalare, Diskus) – sie sehen Tetras als Beute
  • Raubfische oder aggressive Arten
  • Fische, die die gleiche Wasserschicht besetzen und zu konkurrieren beginnen

Mehr zur Vergesellschaftung findest du in unserem speziellen Vergesellschaftungs-Guide.

Nachzucht von Tetras – So gelingt die Vermehrung

Die Nachzucht von Tetras ist möglich, aber nicht immer einfach. Während robuste Arten wie der Neonsalmler oder der Black-Tetra unter guten Bedingungen auch im Gesellschaftsbecken ablaichen, brauchen empfindlichere Arten wie der Kardinalsalmler ein separates Zuchtbecken.

Nachzucht von Neonsalmlern

Neons zählen zu den Freilaichern. So gehst du vor:

  • Zuchtpaar auswählen: Gut genährte, ausgewachsene Tiere mit intensiver Färbung. Weibchen sind fülliger, Männchen schlanker.
  • Zuchtbecken einrichten: 20–30 Liter, mit Javamoos oder Laichmopp als Laichsubstrat, weiches Wasser (GH 2–4 °dH, pH 6,0–6,5), Temperatur 24–25 °C.
  • Konditionierung: 1–2 Wochen proteinreiches Futter (Artemia, Cyclops, Mückenlarven).
  • Ablaichen: In den frühen Morgenstunden. Die Weibchen setzen 50–200 Eier zwischen Moos oder Pflanzenwurzeln ab.
  • Eltern entfernen: Tetras fressen ihren eigenen Laich. Nach dem Ablaichen die Adulttiere sofort herausnehmen.
  • Aufzucht: Nach 24–36 Stunden schlüpfen die Larven. Nach 4–5 Tagen sind sie freischwimmend und brauchen feinstes Aufzuchtfutter (Staubfutter, später Artemia-Nauplien).

Nachzucht von Kardinalsalmlern

Deutlich schwieriger als Neons. Kardinals brauchen extrem weiches Wasser (GH unter 3 °dH) und einen niedrigen pH-Wert von 5,5–6,0. Die Jungfische sind sehr empfindlich gegenüber Wasserbelastungen. Ein etablierter Aquarianer mit Osmoseanlage hat hier die besten Chancen. Für Einsteiger ist die Nachzucht von Black-Tetras oder Neonsalmlern empfehlenswerter.

Allgemeine Tipps zur Nachzucht:

  • Das Zuchtbecken sollte abgedunkelt sein – Licht stresst die Fische beim Ablaichen.
  • Lebendfutter vor dem Ablaichen ist entscheidend für den Erfolg.
  • Die Jungfische brauchen regelmäßige, kleine Wasserwechsel mit exakt denselben Wasserwerten.

Unser spezieller Nachzucht-Guide geht detaillierter auf die Aufzucht von Aquarienfischen ein.

Krankheiten und Gesundheitsprobleme bei Tetras

Tetras sind robust, aber nicht unverwundbar. Die häufigsten Gesundheitsprobleme:

Ichthyophthiriose (Weißpünktchenkrankheit)

Die klassische „Punktkrankheit“ – weiße Pünktchen auf Flossen und Körper. Ursache: Stress, Einschleppung durch neue Fische oder zu kalte Temperaturen. Behandlung mit handelsüblichen Ichthyo-Medikamenten und Temperaturerhöhung auf 28–30 °C (bei Neons: max. 28 °C!).

Samenkornkrankheit (Plistophora)

Leider sehr häufig bei Neonsalmlern aus asiatischen Zuchtfarmen. Der Körper zeigt weiße, samenkornartige Flecken, die Geschwüre bilden können. Oft tödlich und nicht heilbar. Vorbeugung: Fische nur aus vertrauenswürdigen Quellen kaufen und quarantänieren.

Flossenfäule

Ausgefranste, weiße Flossenränder. Ursache meist: schlechte Wasserqualität oder Bakterienbefall durch Verletzungen. Behandlung mit Antibiotika aus dem Fachhandel und vor allem: Wasserqualität verbessern!

Schwimmblasenprobleme

Fische schwimmen schräg, sinken zu Boden oder schwimmen an der Oberfläche. Ursachen: Verstopfung (falsches Futter), Bakterien oder genetische Defekte. Fast immer ein Zeichen für Fütterungs- oder Wasserprobleme.

Vorbeugung ist die beste Medizin

  • Quarantäne: Neue Fische 2–3 Wochen in einem separaten Becken beobachten.
  • Stabile Wasserwerte: Regelmäßige Teilwasserwechsel (wöchentlich 20–30 %).
  • Hochwertiges Futter: Abwechslungsreiche Ernährung stärkt das Immunsystem.
  • Kein Stress: Artgerechte Schwarmgröße, Versteckmöglichkeiten, keine zu heftige Strömung.

Unser Fischkrankheiten-Guide hilft dir bei der Erkennung und Behandlung aller häufigen Krankheiten.

Häufige Fehler bei der Tetra-Haltung und wie du sie vermeidest

Selbst erfahrene Aquarianer machen Fehler. Hier die häufigsten Fallstricke:

  • Zu kleiner Schwarm: Weniger als 8 Tiere – die Fische werden scheu, blass und zeigen kein natürliches Schwarmverhalten. Lösung: immer mindestens 8–10 Tiere kaufen.
  • Falsche Wasserwerte: Zu hartes Wasser stresst besonders Kardinalsalmler und Rotkopfsalmler. Lösung: Wasserwerte vor dem Fischkauf prüfen und anpassen.
  • Zu helles Licht: Tetras stammen aus Schattengewässern. Zu grelles Licht bleicht die Farben und stresst. Lösung: Schwimmpflanzen einsetzen, Beleuchtung dimmen.
  • Überfütterung: Futterreste belasten das Wasser und führen zu Algen und Nitratspitzen. Lösung: Weniger füttern, abwechslungsreich, 1–2× täglich nur so viel wie in 2 Minuten gefressen wird.
  • Keine Quarantäne: Neue Fische ohne Quarantäne ins Becken setzen – das schlimmste Risiko für Krankheitseinschleppung. Lösung: Mindestens 2 Wochen Quarantäne.
  • Falsche Vergesellschaftung: Zu große Mitbewohner, die Tetras als Futter betrachten. Lösung: Nur friedliche Arten ähnlicher Größe vergesellschaften.
  • Zu kleiner Tank für große Arten: Kongosalmler in 60-cm-Becken – das ist Tierquälerei. Lösung: Artgerechte Beckengröße vor dem Kauf prüfen.

Häufige Fragen (FAQ) zu Tetras im Aquarium

Wie alt werden Tetras im Aquarium?

Neonsalmler erreichen bei guter Pflege 5–8 Jahre. Kardinalsalmler werden 4–5 Jahre alt, Black-Tetras 5–8 Jahre, Kongosalmler bis zu 6 Jahre.

Welche Beckengröße brauchen Tetras?

Kleine Arten wie Neons oder Feuersalmler kommen mit 60 Litern aus. Mittelgroße Arten wie Black-Tetras brauchen 80–120 Liter. Große Arten wie Kongosalmler benötigen ab 300 Litern bei einer Beckenlänge von mindestens 150 cm.

Kann man verschiedene Tetra-Arten zusammen halten?

Ja, absolut. Neons, Glühlichtsalmler, Rotkopfsalmler und Black-Tetras lassen sich problemlos vergesellschaften. Achte auf ähnliche Wasserwerte und vermeide, dass eine Art die andere durch schiere Größenüberlegenheit dominiert.

Warum sind meine Tetras blass?

Blasse Farben sind fast immer ein Zeichen von Stress, falschen Wasserwerten, zu kleinem Schwarm, schlechter Ernährung oder zu hellem Licht. Prüfe alle diese Faktoren systematisch.

Brauchen Tetras eine Strömung?

Eine leichte bis mittlere Strömung ist ideal – sie imitiert die Flussgewässer, aus denen die meisten Tetras stammen. Zu starke Strömung stresst die Fische jedoch. Positioniere den Filterauslass so, dass strömungsarme Zonen entstehen.

Vermehren sich Tetras im Gesellschaftsbecken von selbst?

Gelegentlich, aber die Überlebensrate der Jungfische ist im Gesellschaftsbecken sehr niedrig, da sie von anderen Fischen (auch von den eigenen Eltern) gefressen werden. Für eine kontrollierte Nachzucht brauchst du ein separates Zuchtbecken.

Welches Futter ist für Tetras am besten?

Ein hochwertiges Tetra-Flockenfutter oder Granulat als Basis, ergänzt mit Frostfutter (Artemia, Mückenlarven, Daphnien) 2–3 Mal pro Woche. Lebendfutter ist für die Konditionierung vor der Nachzucht ideal, aber im Alltag nicht zwingend nötig. Sieh dir unsere Empfehlung für Tetra-Futter auf Amazon* an.

Fazit

Tetras sind aus gutem Grund die beliebtesten Aquarienfische der Welt. Sie vereinen atemberaubende Farbenpracht mit überraschender Genügsamkeit und sind sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Aquarianer eine hervorragende Wahl. Ob du mit einem Schwarm Neonsalmlern startest oder dich an die anspruchsvolleren Kardinalsalmler wagst – die Freude an diesen lebhaften Schwarmfischen ist garantiert.

Die wichtigsten Punkte für eine erfolgreiche Haltung zusammengefasst: Sorge für einen ausreichend großen Schwarm von mindestens 8–10 Tieren, richte das Becken mit dichter Bepflanzung und freiem Schwimmraum ein, halte die Wasserwerte stabil und weich, füttere abwechslungsreich mit hochwertigem Futter und vergesellschafte die Tetras nur mit friedlichen, ähnlich großen Arten. Wer diese Grundregeln beachtet, wird lange Freude an seinen Tetras haben.

Besonders spannend ist die Beobachtung des Schwarmverhaltens: Wie die Fische synchron ihre Richtung ändern, wie sie gemeinsam durch das Becken gleiten und wie sie bei Gefahr blitzschnell in Deckung gehen – das ist Naturkino pur. Mit der Zeit entwickelst du ein Gespür dafür, wann deine Tetras sich wohlfühlen und wann etwas nicht stimmt. Die rote Kopfpartie des Rotkopfsalmlers ist beispielsweise ein exzellenter Gradmesser für die Wasserqualität.

Wenn du tiefer in die Aquaristik einsteigen willst, bieten sich dir viele Wege: die spezialisierte Haltung von Kardinalsalmlern, die Nachzucht, die Gestaltung eines südamerikanischen Biotopbeckens oder die Kombination mit anderen südamerikanischen Arten wie Zwergbuntbarschen, Panzerwelsen oder Harnischwelsen. Die Welt der Tetras ist vielfältig – und dieser Guide ist der erste Schritt.

Du hast Fragen oder eigene Erfahrungen mit Tetras? Schreib uns gerne eine Nachricht. Und schau in unsere verwandten Artikel für noch mehr Wissen rund um dein Aquarium.

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📋 Inhaltsverzeichnis
→ Tetra-Arten
→ Aquarium einrichten
→ Schwarmverhalten
→ Fütterung
→ Vergesellschaftung
→ Nachzucht
→ Krankheiten
→ Fehler vermeiden
→ FAQ
→ Fazit